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Lasergravur auf Edelstahl

Detailaufnahme: Präzise Lasergravur in A4-Edelstahl

1. Dein Konto, Deine Souveränität – oder: Wie groß ist 2 hoch 256?

Willst Du frei fühlen, denken, reden, ohne daß Dir Dein Konto gesperrt werden kann?
Kein Banker, keine Gesinnungskontrolle, kein Schufaeintrag, keine Kontoführungsgebühren - nichts steht Dir im Weg, ein Konto einzurichten, oder mehrere.
Brauchst Du hundert Konten, tausend Konten? Egal.
Richte Dir so viele Konten ein, wie Du brauchst - und verwalten kannst.

Kannst Du Dir all das vorstellen?
Ach ja, es gibt auch keine AGBs und Kleingedrucktes.
Du brauchst keinen TAN-Generator, keine Genehmigung, keine Kontokarte (mit Ablaufdatum).
Es gibt keine Transaktionslimits, keine Ländergrenzen, keine Strafzinsen auf Guthaben ...
Und dennoch sind die selbsterstellten Konten sicherer als übliche Bankkonten!

Sie sind sogar vor Dir selbst geschützt - wenn Du die Zugangsdaten verlegst, vergisst, verlierst.
Das ist der 'Preis der Freiheit' dieser Konten - Es liegt an Dir, den 'Schlüssel des Schließfachs' zu hüten.
Schreckt Dich das ab oder gefällt Dir Selbstverantwortung?

In Sekundenschnelle erstellst Du ein Hochsicherheitskonto per Computer; oder mehrere, beliebig viele...
Du kannst Dir sogar in aller Ruhe, ganz gemütlich mit dem Würfel, Kontonummern von Hand erstellen.
Ganz reale Kontonummern wohlgemerkt, auf die Du beliebig viel Vermögen einzahlen kannst.
Ja sogar beliebig viele verschiedene Währungen können auf jedes Konto eingezahlt werden!

Gefällt Dir Selbstbestimmung, Selbstverantwortung und Souveränität besser als Unterwürfigkeit und Fremdsteuerung?

Klingt das zu schön um wahr zu sein?

In der Welt der Kryptowährungen ist genau dies der Standard. Dein „digitales Schließfach“ basiert nicht auf einem Vertrag mit einer Bank, sondern auf schlichter Mathematik.

Die Zahl, die Deine Werte schützt, lautet: 2 hoch 256.

Um zu verstehen, warum Dein digitales Eigentum so sicher ist, müssen wir allerdings unser Vorstellungsvermögen sprengen. Wenn wir von Sicherheit sprechen, meinen wir oft Schlösser, Tresore oder Alarmanlagen. Bei Kryptowährungen aber ist die Sicherheit kein physisches Objekt, sondern ein mathematisches Gesetz der Wahrscheinlichkeit.

Warum diese Zahl alles verändert:

2 hoch 256 ist nicht einfach nur eine große Zahl. Sie ist so groß, daß sie die Anzahl der Atome im sichtbaren Universum bei Weitem übersteigt.

Bevor ich tiefer in die Mathematik der Zahl 2 hoch 256 einsteige, ist es mir ein Anliegen, einige philosophische Ausführungen zum größeren Bild mitzuteilen:

Warum finanzielle Dezentralisierung kein Luxus, sondern ein Beitrag zur Friedenssicherung ist

Es gibt Menschen, bei denen ist das Wort "Mathematik" ein Trigger, weil es an Schulzeiten erinnert, in denen ein weltfremder Mathelehrer es nicht vermocht hatte, die abstrakten Zahlen mit der erlebten Realität in Verbindung zu bringen. Für andere Menschen ist "Kryptowährung" ein Allergen, weil sie meinen, diese Coins seien mit nichts gedeckt und deshalb wären das alles wirtschaftliche Blasen, die früher oder später platzen und die Anleger würden all ihr Geld verlieren.

Für diejenigen, die Mathematik nicht, oder noch nicht lieben, sei gesagt, daß Zahlen überall in der Schöpfung vorkommen, in anderen Worten formuliert, göttliche Realität sind. Mathematik ist quasi die Beschreibung der Welt in Zahlen. Jegliches Wachstum, von Einzellern bis hin zu Mammutbäumen folgt Naturgesetzen, die alle präzise mathematisch ablaufen. Dadurch entstehen so faszinierend geometrische Muster wie eine Sonnenblume oder eine Nautilus-Schnecke.

Und Kryptowährungen sind sehr wohl gedeckt, selbst wenn man physisch nichts ausmachen kann.

Bevor ich dazu tiefer einsteige, gehe ich auf die konventionellen Währungen ein: Von Fürsten, Königen und Kaisern, allgemein gesprochen von Obrigkeiten und Hoheiten herausgegebene Währungen, gibt es seit Jahrtausenden. Diese waren praktisch immer zentralistisch organisiert und waren Ausdruck von Macht und Gewalt. Zum Erhalt oder Ausbau der Macht wurden diese 'Währungen' oft missbraucht, bzw. im Sinne der Machthaber gebraucht: Inflation, Deflation, Kriegsfinanzierung, Staatsschulden, Betrug, Verrat an den Sparern und vieles negative mehr. Wenn diese staatlichen Währungen scheiterten, folgten oft dunkle Kapitel der Menschheitsgeschichte. Die Zeche für staatliche Geldmonopole, missbräuchliche Schuldenwirtschaft und willkürliche Entwertung zahlten am Ende immer die Menschen mit ihrer Freiheit und ihrem Leben - und, oft übersehen, auch Tiere und Pflanzen.

Auch das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte ist direkt mit dem konventionellen Geldsystem verknüpft:
Mit den Trümmern der Weimarer Hyperinflation 1923, also vor gut 100 Jahren, bis hin zur Weltwirtschaftskrise ab 1929 wurde der Boden bereitet für Totalitarismus und Extremismus.
Das daraus entstandene NS-Regime nutzte die schwere Krise aus, baute seine massive Aufrüstung über verdeckte Schattenkredite (Mefo-Wechsel) auf, und plünderte schließlich die Goldreserven und Notenbanken besetzter Staaten zur Finanzierung seiner Kriege.1

Währungscrashs und Hungersnöte, staatliche Geldentwertung, Staatsbankrotte und rücksichtslose imperialistische Raubzüge bis hin zu Weltwirtschaftskrisen und totalitären Kriegen, aus finanziellen Absichten wohlgemerkt, haben im Lauf von Jahrtausenden mit Sicherheit hunderte Millionen, wenn nicht gar über 1 Milliarde Menschenleben gekostet. Dazu zählen sollte man noch die zahllosen antiken und frühneuzeitlichen Kriege, die zur Eroberung von Gold-, Silber- und Rohstoffquellen oder zur Eintreibung erdrückender Steuern geführt wurden. Bedenkt man dabei, daß jeder Ermordete ein kollektives Trauma in seinem komplexen Familiengefüge hinterläßt, wird der Ozean an menschlichem Leid, den zentrale, auf Zwang und Macht basierende Geldsysteme hinterlassen haben, unermesslich groß.

Die konventionellen Währungen haben darüber hinaus in den vergangenen 150 Jahren die Veränderung der Landwirtschaft massiv beeinflusst. Kleinräumige bäuerliche Landwirtschaft mit Hecken, vielfältigen Biotopen und - ganz wichtig - mit Herzverbindung zwischen Bauer und Land, wurden zurückgedrängt. Entstanden sind immer größere Betriebe, mit immer größeren Maschinen, drückenderen Schulden und steigenden Abhängigkeiten von Fördermitteln.
Anstatt die Lebensgrundlagen für die kommenden Generationen zu stabilisieren und den Lebensraum zu vervollkommnen, ging es nur noch um Profit. Ohne Herzverbindung zum Land waren die Landwirte nur noch darauf erpicht, maximalen finanziellen Gewinn einzufahren, koste es was es wolle, auch wenn dabei die Erosion zunimmt und der Humus verloren geht.2

Auch der massive, praktisch immer subventionsgetriebene, Ausbau von Solar- und Windkraftanlagen in der freien Natur ist ein Ausdruck unseres auf ständig neuen und steigenden Schulden basierenden Geldsystems (Fiat-Geld / Debitismus: Die ewige Suche nach einem Nachschuldner). Klimaschutz, in den Anfängen vor vielen Jahrzehnten vielleicht sogar gut gemeint, ist verkommen zu einer weiteren Umverteilung von fleißig nach reich, zu einer weiteren Zerstörung der Lebensgrundlagen und zu einem verzweifelten Versuch, den systemisch garantiert irgendwann kommenden Staatsbankrott noch etwas hinauszuzögern.

Da das gesamte Leben auf der Erde, also Pflanzen, Tiere und Menschen auf der Existenz und der Qualität von Humus basiert, ist die großflächige Zerstörung der Landschaft eine konkrete Bedrohung für das Leben an sich. Nicht umsonst haben die Worte 'human' und 'Humus' den selben Ursprung. Wir Menschen sind 'Erdlinge'. Die zentralistischen konventionellen Fiat-Währungen zerstörten also nicht nur Millionen Menschenleben als Folge ihres jeweiligen Scheiterns, sie untergraben mittlerweile auch die Überlebenschance der Menschheit als Ganzes.

Verglichen mit all diesem Leid und Schmerz sind verlorene Gewinne einzelner Pioniere bei Kryptoanlagen noch nicht mal der Juckreiz eines Mückenstichs.

Wer die finanzielle Basis dezentralisiert und den Zwang bricht, schützt am Ende nicht nur sein Erspartes, sondern entzieht auch der industriellen Bodenzerstörung das Fundament.

Da ich entschieden gegen jeglichen lebensfeindlichen Extremismus eingestellt bin, habe ich ein offenes Herz für problemlösungsorientierte Pionierprojekte. Ein dezentrales, fälschungssicheres Geldsystem ist für mich kein Spekulationsobjekt, sondern ein entscheidender Beitrag dazu, daß sich solche historischen Katastrophen nicht wiederholen mögen. Wer Zahlungsmittel von staatlicher Willkür und zentraler Macht entkoppelt, entzieht totalitären Systemen den Nährboden.

Im Vergleich zu konventionellen, zentral herausgegebenen Währungen, sind Kryptowährungen ein neues Phänomen, ein Pionierprojekt.

Daß mittlerweile auch im Kryptobereich schattige Gesellen mit falschen Hoffnungsversprechen schwache Gemüter in Gier und Hype locken wollen, ändert nichts am wegweisenden Fundament des Projektes an sich. Manche dieser schrägen Vögel erwecken durch ihre marktschreierische Art bei Neulingen leicht den Eindruck, daß es bei allem, was mit Krypto zu tun hat, nur um das schnelle Geldmachen gehen würde. Dem ist mitnichten so.

Bitcoin, die erste Kryptowährung mit dezentralem Buchungssystem auf einer Blockchain, startete am 3. Januar 2009 mit der Generierung von „Block 0“, dem sogenannten Genesisblock. In diesem Code wurde folgende Nachricht verewigt: "The Times 03/Jan/2009 Chancellor on brink of second bailout for banks" (deutsch: „The Times 03. Januar 2009 Britischer Finanzminister steht kurz vor einem zweiten Rettungspaket für Banken.“) Der Erfinder, Satoshi Nakamoto, schrieb dazu im Februar 2009: „Das Kernproblem konventioneller Währungen ist das Ausmaß an Vertrauen, das nötig ist, damit sie funktionieren. Der Zentralbank muss vertraut werden, daß sie die Währung nicht entwertet, doch die Geschichte des Fiatgeldes ist voll von Verrat an diesem Vertrauen. Banken muss vertraut werden, daß sie unser Geld aufbewahren und es elektronisch transferieren, doch sie verleihen es in Wellen von Kreditblasen mit einem kleinen Bruchteil an Deckung. Wir müssen den Banken unsere Privatsphäre anvertrauen, vertrauen, daß sie Identitätsdieben nicht die Möglichkeit geben, unsere Konten leerzuräumen. Ihre massiven Zusatzkosten machen Micropayments unmöglich. […] Mit einer elektronischen Währung, die auf einem kryptografischen Beweis beruht und kein Vertrauen in Mittelsmänner benötigt, ist Geld sicher und kann mühelos transferiert werden.“ 3

Die Kryptowährungen sind damit ganz klar erkennbar gedeckt mit dem Bestreben der Menschheit, sich vom Joch der Zentralbanken, von staatlichem Betrug und Manipulation sowie von Kriegstreiberei und Zerstörung der Lebensgrundlagen zu befreien. Diese immaterielle Deckung ist meines Erachtens wertvoller als physisches Gold. Wer in Kryptowährungen ernsthaft und langfristig investiert, vertraut der Mathematik, der Schöpfung oder direkt gesagt: Gott.

Diese Wortwahl mag verwundern, bei genauer Betrachtung findet man jedoch enge Parallelen zwischen dem konventionellen Bankensystem und der Kirche: Kredit und Credo; Gläubiger und Glauben; Schulden und Schuldgeständnis; Geld wird "geschöpft" und der Priester redet von der "Schöpfungsgeschichte"...

Konventionelle Zentralbanken sind musterähnlich mit Kirchen bis hin zum Vatikan. Dezentrale Kryptowährungen hingegen verzichten auf eine Zentralinstanz und sind damit ein Ausdruck der Weiterentwicklung der Menschheit in Richtung Selbstverantwortung und Selbstorganisation, dem Erkennen, das jedes Individuum ein Mitschöpfer Gottes ist.

Kryptowährungen - insbesondere Systeme zur absoluten Selbstverwahrung (Self-Custody) und physischen Datensicherung - erfüllen aktuell eine wichtige Funktion: Sie brechen die Monopole zentraler Institutionen auf und lehren uns den eigenverantwortlichen Umgang mit Wert und Souveränität im digitalen Raum. Sie sind sozusagen ein Werkzeug für die globale, dezentrale Erwachsenwerdung.

Selbstverständlich braucht die Entwicklung und der Betrieb von Kryptowährungen Strom, also Energie. Sie brauchen auch Hardware: Computer und Internet. Die konventionellen Währungen brauchen jedoch auch Energie und Hardware, mit all ihren Bankentürmen, Rechenzentren, Filialen usw. ... Außerdem gibt es - bei zunehmender Befreiung der Kreativität des menschlichen Geistes - immer wieder neue Erkenntnisse und Erfindungen. Ob durch hocheffiziente Konsensmechanismen oder völlig neuartige Protokollstrukturen: Zu vermuten ist, daß es immer mehr und immer bessere neue Lösungsideen gibt, je mehr die Unterdrückung schwindet.

Obwohl die Monopole nicht gebrochen werden wollen, ist - meiner Ansicht nach - ihre Zeit abgelaufen: Je mehr die EU-Bürokratie versucht, über immer totalitärere Regulierungen und die Kontrolle der zentralen Schnittstellen (Fiat-Börsen) Kryptowährungen an die Kette zu legen, desto stärker wird vermutlich der Effekt ins Gegenteil umschlagen: Freiheitsliebende Menschen dürften sich immer weiter vom Fiat-System abkapseln und beginnen, direkt und nahtlos in Krypto, Peer to Peer oder anderen nicht regulierbaren Zahlungsmethoden zu agieren bzw. ihre offizielle Wirtschaftsleistung so weit herunterzufahren, daß die Steuerlast entfällt. Nicht, daß ich das folgende empfehlen würde, es ist dabei nicht auszuschließen, daß einige so weit gehen, daß sie sich freiwillig sowie absichtlich in die staatliche Sozialhilfe bequemen, bis menschen- und unternehmerfreundliche Zeiten angebrochen sind.

Das Alte wird vergehen, das Neue entstehen. Richten wir nun den Fokus weg vom Verfall des Alten und hin auf das mathematische Fundament des Neuen, der Kryptowährungen:

Kommen wir zurück zur Zahl, die alles verändert: 2 hoch 256.

Wenn jemand versuchen wollte, jede Sekunde eine Milliarde Kontonummern zu erraten, bräuchte derjenige länger, als das Universum existiert, um auch nur einen Bruchteil dieser Kombinationen zu prüfen. Diese schiere Größe ist die „Festung“, in der Dein Vermögen liegt. Es gibt keinen Hacker der Welt und keinen Supercomputer, und wird es niemals geben, der jemals die „Kombination“ zu Deinem Schließfach erraten könnte. Sofern Du selbst Deine Zugangsdaten höchst vertraulich behandelst und dabei keinen Fehler machst, sind Deine Konten sicher, absolut sicher.

Das klingt phänomenal! Jedoch hat alles seinen Preis: Was mathematisch unmöglich zu erraten ist, ist für den Menschen im Verlustfall genauso unmöglich wiederzufinden. Und da es in der Selbstbedienungsbank keine Banker gibt, die einem eine verlorene EC- oder Visa Karte wieder neu ausstellen könnten, ist bei 2 hoch 256 möglichen Kontonummern alles verloren, sofern man die Zugangsdaten verliert.

Die Zahl 2 hoch 256 ist eine sehr große Zahl. Sie ist wirklich sehr sehr groß.

Fangen wir klein an, bei der Zahl 2:
Alle elektronischen digitalen Geräte nutzen binäre Codes mit dem Zustand '0' oder '1'.
Dabei steht die '0' für 'keine Spannung' und die '1' für Spannung (meist 5 Volt).
Ein Binärcode mit mehreren Stellen kann an jeder Stelle entweder den Zustand '0' oder '1' haben.

Ein zweistelliger Binärcode hat zwei Stellen, die je zwei Zustände (0 oder 1) haben können.
Mathematisch spricht man von 2 hoch 2.

Ein zweistelliger Binärcode kann 4 verschiedene Werte darstellen:

00
01
10
11

Ein dreistelliger Binärcode kann doppelt so viele Werte darstellen:
2 * 2 * 2, oder auch mathematisch '2 hoch 3' (2³ = 8) genannt:

000
001
010
011
100
101
110
111

Ein 11-stelliger Binärcode ist also 11 mal die Zahl 2 mit sich selbst malgenommen:
2*2*2*2*2*2*2*2*2*2*2, mathematisch spricht man von 2 hoch 11 (2¹¹ = 2048):

Die möglichen Werte beginnen so:

00000000000
00000000001
00000000010
...

und enden so:

...
11111111101
11111111110
11111111111

Ein Schachbrett hat 8 * 8 also insbesamt 64 Felder.

Es gibt eine Geschichte aus Asien, in der ein Herrscher jemandem einen Gefallen tun wollte. Derjenige wünschte sich Getreidekörner: Auf dem ersten Feld eines Schachbrettes, ein Korn, auf den weiteren Feldern jeweils das doppelte, ... was zu Beginn wenig aussah, am Ende der ersten Reihe gerade mal 64 Körner, ... der Herrscher lachte wohl zuerst bis ihm das Lachen verging ... wird zum Ende des Schachbrettes hin so groß, es ist schlicht nicht mehr realisierbar, weil die entsprechende Getreidemenge das mehrtausendfache der Weltjahresproduktion wäre.

Die Verdoppelung der Möglichkeiten, bei jeder weiteren Stelle, haben wir bei Binärcodes, bei wachsender Anzahl an Stellen, genauso. Der Unterschied ist jedoch, daß am ersten Feld des Schachbretts mit der Zahl 2 begonnen wird, denn auch an diesem Feld kann entweder '0' oder '1' stehen. Ein Binärcode mit 64 Stellen hat also 2 hoch 64 verschiedene Möglichkeiten.

Exponentielles Wachstum (Schachbrett-Felder 1–8)

Feld 1:
Feld 2:
Feld 3:
Feld 4:
Feld 5:
Feld 6:
Feld 7:
Feld 8:

Jeder Schritt verdoppelt den Wert. Auf Feld 64 wäre der Balken Milliarden Kilometer lang.

Bei 'nur' zwei Schachbrettern, also 128 Feldern, würde aus jedem einzelnen Korn der mehrtausendfachen Weltjahresproduktion eine zusätzliche mehrtausendfache Weltjahresproduktion ... wohlgemerkt aus jedem einzelnen Korn... Allein dies sprengt schon die Vorstellungskraft des menschlichen Geistes.

Vier Schachbretter haben zusammen 4 mal 64 = 256 Felder.
Ein 256-stelliger Binärcode, und genau damit haben wir es bei Kryptowährungen zu tun (sofern es sich um eine Seed-Phrase mit 24 Wörtern handelt), hat 2 hoch 256 verschiedene Möglichkeiten. Das geht absolut ins astronomische, praktisch unendliche.

Um doch einen Ansatz der Vorstellung von 2 hoch 256 anzugehen, nehmen wir das praktisch Kleinste, was wir in der physischen Realität haben: Ein Elektron!

Ein Elektron ist eines der elementarsten Teilchen unseres Universums. Im Gegensatz zu Atomen oder Molekülen hat ein Elektron nach dem aktuellen Stand der Quantenphysik keine messbare innere Struktur – es gilt als „punktförmig“. Um damit rechnen zu können, nutzt man in der Physik den sogenannten „klassischen Elektronenradius“ (auch Lorentz-Radius genannt). Das ist der theoretische Wirkungskreis eines Elektrons.

Dieser Radius ist so unvorstellbar winzig, daß man ihn in Millimetern kaum noch aufschreiben kann:
• Durchmesser eines Elektrons: 0,00000000000282 mm
(Das ist ungefähr 100.000 mal kleiner als ein Atom)

Jetzt reihen wir (virtuell natürlich) so viele Elektronen in eine Reihe, wie bei der Anzahl der Möglichkeiten bei 2 hoch 256 gegeben sind. ...
Man kommt auf 3,265 mal 10 hoch 62 Meter.

Das ist wiederum eine Zahl, die ein Mensch auch nicht greifen kann.
Also nehmen wir mal etwas ganz Großes: Die Strecke eines Lichtjahres, also die Entfernung, die Licht innerhalb eines Jahres zurücklegt!
Ein Lichtjahr ist ungefähr 9,5 mal 10 hoch 15 Meter lang, also weit weit kürzer als die genannten 3,265 mal 10 hoch 62 Meter.

Dann nehmen wir etwas ultimativ Großes: Den Durchmesser des sichtbaren Universums:
93 Milliarden Lichtjahre... Klingt so richtig viel, oder?

Aber für die (virtuelle) Elektronenreihe als Ausdruck der vielzähligen Kombinationsmöglichkeiten von 2 hoch 256 sind 93 Milliarden Lichtjahre immer noch ein Klacks!

Die (virtuelle) Elektronenreihe müsste mehrfach quer durchs gesamte sichtbare Universum gehen, und zwar 370 Dezillionen Mal (Eine Zahl mit 35 Stellen vor dem Komma).

Und irgendwo auf dieser praktisch unendlichen Strecke steht ein einziges Elektron für die eigene Kontoverbindung für Kryptowährungen, auf die man NUR zugreifen kann, wenn man die richtigen Passwörter parat hat. ...

Wird nun bildhaft verständlich, daß man eine verlorene 'Krypto-Kontonummer' nicht mehr wieder finden kann?

Ist die Bedeutung der Sicherung der Zugangsdaten zum Kryptokonto nun drastisch erkennbar geworden?
Ich hoffe doch!

Als Abschluss dieses Kapitels gebe ich die ersten und letzten zwei Kombinationen des Binärcodes mit 2 hoch 256 Möglichkeiten wieder.
Es ist ein Code mit 256 Stellen, wo an jeder Stelle eine '0' oder eine '1' stehen kann.

Die möglichen Werte beginnen so:

0000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000
0000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000001

...
und enden so:

1111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111110
1111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111
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2. Was ist eine Seed?

Nach den astronomischen Zahlen aus Kapitel 1 kommen wir zurück zu den etwas kleineren Zahlen... Die 'Krypto-Kontonummer' ist mit 256 Stellen Nuller oder Einser trotz ihrer vergleichsweisen Kürze ziemlich unhandlich und beim Abtippen gnadenlos fehleranfällig.

Wenige Jahre nach Einführung von Bitcoin (der ersten Kryptowährung) wurde im September 2013 ein Verbesserungsvorschlag eingereicht. Es war der 39ste Vorschlag (englisch: BIP = Bitcoin Improvement Proposal) und darin wurde eine Wortliste aus 2048 Wörtern (2 hoch 11) veröffentlicht. Diese Liste wurde zum weltweiten Standard bei Kryptowährungen und heißt BIP39-wordlist. Jedes Wort steht für einen 11-stelligen Binärcode.

Die Worte sind so ausgewählt, daß man sie deutlich voneinander unterscheiden und man sie mit den ersten vier Buchstaben eindeutig zuordnen kann, auch wenn das ganze Wort länger ist. Beispielsweise steht "ABAN" für 'abandon', es steht für den Binärcode 00000000000, also der ersten der 2048 Möglichkeiten, und es gibt kein anderes Wort in der Liste, das mit 'aban' anfängt. Das nächste Wort lautet: 'ability', auf vier Stellen gekürzt und in Großbuchstaben zur besseren Erkennbarkeit dargestellt: ABIL und steht für den Binärcode 00000000001.

Wissenswert: Die BIP39 Wortliste

Die Liste umfasst 2048 englische Wörter. Die vollständige Liste kann unter github.com nachgeschlagen werden.
Zur Veranschaulichung gebe ich hier den Anfang der Liste wieder:

0 00000000000 abandon 1 00000000001 ability 2 00000000010 able 3 00000000011 about 4 00000000100 above 5 00000000101 absent 6 00000000110 absorb 7 00000000111 abstract 8 00000001000 absurd 9 00000001001 abuse 10 00000001010 access 11 00000001011 accident 12 00000001100 account 13 00000001101 accuse 14 00000001110 achieve 15 00000001111 acid 16 00000010000 acoustic 17 00000010001 acquire ...

Eine 'Seed' ist eine Wortreihe aus 24 Wörtern der BIP39-wordlist!

Diese Wortreihe steht für den entsprechenden Binärcode mit 256 Stellen.

Allerdings gibt es beim 24. Wort einer Seed eine Besonderheit: Die ersten 23 Wörter aus der Liste kann man beliebig, zufällig, auswählen. Diese stehen für 23 mal 2 hoch 11, also insgesamt 2 hoch 253. Um auf die Gesamtanzahl von 2 hoch 256 zu kommen braucht man nur noch 2 hoch 3 = 8. Das bedeutet: Das 24. Wort ist nicht mehr beliebig aus den 2048 Wörtern auszuwählen. Es passen nur noch 8 Wörter aus der Liste! Bei der Auswahl dieses 24. Wortes wird eine Prüfsumme verarbeitet. Man kann die 8 möglichen Wörter für die 24. Stelle also nur kryptografisch errechnen, bzw. durch ein passendes Werkzeug errechnen lassen.

In Form von 24 Wörtern, die man treffsicherer abtippen und sich gegebenenfalls auch merken kann, sind die Kryptokontonummern mit 256 Stellen handlicher und alltagstauglicher geworden.

Wer jedoch meint, es sind ja nur ein paar Worte... der irrt gewaltig. Wenn der Zettel mit der Seed (den 24 Wörtern) weg ist, ist das Konto weg. "Lost in space".

[Früher, und teilweise auch heutzutage noch, waren auch 12-stellige Wortreihen gebräuchlich. Die deutlich sichereren 24-stelligen Wortreihen werden jedoch immer mehr der Standard.]

Wissenswert: Was bedeutet HODL?

Menschen, die Kryptowährungen neu kennenlernen, werden mit 'HODL' wohl nicht viel anzufangen wissen. 'HODL' ist kein Wort aus der BIP39-wordlist, auch nicht in abgekürzter Form der ersten vier Buchstaben. Andererseits passt es gerade weil es vier Buchstaben lang ist, perfekt als Platzhalter für ein echtes Wort einer aktiven Seed. Bei einigen Anbietern von "Seed-in-Metall-sichern" wird 'HODL' gerne zur Anschauung in die Felder eingetragen. Das handhabe ich genauso.

Die Herkunft ist ganz einfach erklärt: Im Dezember 2013 schrieb ein vermutlich betrunkener User in einem Bitcoinforum: “I AM HODLING”, wobei er sicherlich "HOLDING" schreiben wollte, also übersetzt: "halten", "festhalten".

Der Begriff Hodling oder 'HODL' wurde in der Kryptoszene schnell zum Inbegriff von langfristigem Investment statt kurzfristiger Gewinnbestrebungen.

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3. Die Entropie (Der echte Zufall)

In Kapitel 2 schrieb ich: "Die ersten 23 Wörter aus der Liste kann man beliebig, zufällig, auswählen."
Nur wie erreicht man 'echten Zufall'?

Für die Erstellung einer Seed mit 24 Wörtern nutzt man für gewöhnlich eine sogenannte "Wallet" mit eingebautem Zufallszahlengenerator. Eine Wallet ist eine Software für die Verwaltung der Zugangsdaten zum Krypto-Konto – ein digitaler Schlüsselbund.

Davon gibt es zwei grundsätzliche Varianten:

Beim Einrichten einer Wallet wird über den eingebauten Zufallszahlengenerator eine gültige Seed erstellt (wobei das 24. Wort als Prüfsumme korrekt berechnet wird). Die Wörter werden angezeigt und man wird aufgefordert sie zu notieren, also beispielsweise abzuschreiben. Doch hier lauert die Gefahr: Wer die Seed digital speichert, fotografiert oder in den Zwischenspeicher kopiert, öffnet Betrügern Tür und Tor. Viele Kurse und Filme zum Thema Krypto, Wallets und Seeds lehren den verantwortungsvollen Umgang: Nicht digital speichern sondern auf Papier abschreiben und dann in Metall prägen – doch kaum einer hinterfragt die Entstehung der Seed selbst.

Das Problem: Der elektronische Zufall.
Ein Computer würfelt mit Logik – das nennt man Pseudozufall. Es gibt "zuverlässige", "beschränkt zuverlässige" und "wenig zuverlässige" Generatoren. Kann man als Laie wissen, welche Art in der eigenen Wallet steckt? Nein. Man muss dem Hersteller, der Marke oder dem Programmierer vertrauen.

Man soll also einem Unbekannten vertrauen?!?!?

Ist es mit der Philosophie der Kryptowährungen – Selbstverantwortung, Selbstverwahrung, Unabhängigkeit – vereinbar, ausgerechnet das ultimative Fundament seines Kontos einer elektronischen Blackbox zu überlassen?
Für Alltags-Wallets mit Geldmengen einer Portokasse mag das völlig in Ordnung sein.

Aber für langfristigen Vermögensaufbau mit HODL, also dem Halten der Werte über langen Zeitraum, ist das Vertrauen in eine blackbox gar nicht passend!

Was tun? Wir greifen auf die Physik zurück.

Die Lösung: Der Würfel

Laut Wikipedia sind "gute physikalische Verfahren zur Generierung von Zufallszahlen das Würfeln und die Ziehung von Lottozahlen". Um echten Zufall zu erzeugen, brauchen wir keine teuren Maschinen, sondern nur einen Würfel (oder mehrere).

Eine bewährte Methode:

  • Die Augen 1 bis 3 stehen für die binäre 0.
  • Die Augen 4 bis 6 stehen für die binäre 1.
  • Man würfelt 11-mal für einen 11-stelligen Binärcode und schlägt dann das entsprechende Wort in der BIP39-Liste nach.

Zur Veranschaulichung des Vorgangs klicke 11 mal auf das graue Quadrat (Dein Würfel):

Wort: -
Diese interaktive Visualisierung ist lizenziert unter CC BY-ND 4.0.
Attribution: Michael Konstantin Haberer / ShareTheSeedswww.sharetheseeds.com

Perfektionierung des Zufalls:
Da übliche Würfel Fertigungstoleranzen haben und ihre Punkte das Gewicht beeinflussen, ist mein Vorschlag:
Nutze Würfel unterschiedlicher Hersteller und Größen. Vermische diese in einem Gefäß, greife blind hinein und würfle mit dem gezogenen Würfel nur 11-mal, also für genau ein Wort. Alternativ kannst Du auch pro Wurf einen neuen Würfel aus dem Mix ziehen. So minimierst Du physikalische Einflüsse auf das Ergebnis und erzielst den maximal möglichen echten Zufall.

Durch das gleichzeitige Würfeln mehrerer Würfel lässt sich die Entropie sogar noch steigern:

Wichtig ist hierbei: Entscheide Dich zu Beginn für eine Regel und halte sie konsequent bei.

Wenn Du es auf die Spitze treiben willst, dann besorge Dir teure neue Präzisions-Kasino-Würfel und eine passende Filzunterlage. [Das muss aber echt nicht sein.] Viel wichtiger ist der richtige Umgang mit dem Würfel: Es ist für die Entropie weit besser, einen einfachen Spielwürfel ausgiebig über den Tisch rollen und springen zu lassen, bis er zur Ruhe kommt, als einen teuren Präzisionswürfel vorsichtig und sanft auf edlem Samt abzulegen.

Und noch entscheidender: Gehe mit der selbst erstellten Seed voll bewusst und verantwortlich um. Niemand soll von der neuen Seed erfahren – niemand! (Zumindest nicht zu Deinen Lebzeiten.)

Um 23 Wörter zu erwürfeln, benötigt man 253 Würfe (23 mal 11). Nutze dabei ruhig weitere Variabilitäten: Würfle abwechselnd mit der rechten und linken Hand, nutze verschiedene Unterlagen oder variiere den Wurfstil – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Arbeitsblätter    Datei-Download:

Ich habe für Dich ein Arbeitsblatt erstellt, in das Du die Ergebnisse Deines Würfelns eintragen kannst:
Würfelblatt in neuem Tab anzeigen
Würfelblatt herunterladen

Zur Umrechnung der 11-stelligen, erwürfelten Binärzahlen in die zugehörigen Wörter brauchst Du die BIP39-wordlist. Diese Liste ist im Internet zwar leicht zu finden, oft jedoch ohne Binärcodes. Deshalb habe ich Dir eine BIP39-wordlist mit den Binärcodes aller 2048 Wörter erstellt. Ich empfehle Dir diese Datei auszudrucken (17 Seiten). Nicht, daß Du in Versuchung kommst, rein aus Bequemlichkeit oder Gewohnheit, Deine erwürfelten Binärcodes in ein Suchfeld einzutippen, um schneller an das Wort zu kommen - und schon wären Deine Daten nicht mehr sicher...
BIP39-wordlist.pdf in neuem Tab anzeigen
BIP39-wordlist.pdf herunterladen

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4. Die Prüfsumme, das 24. Wort

Jetzt kommen wir zu einem technischen Aspekt:
Das 24. Wort lässt sich nicht mehr „erwürfeln“. Die Auswahl ist eng begrenzt auf 8 Möglichkeiten und ist mathematisch fest an die vorangegangenen 23 Wörter gebunden.

Der Irrtum: Viele glauben, es gäbe nur ein einziges korrektes 24. Wort. Das ist falsch. Da die ersten 23 Wörter 253 Bit umfassen, verbleiben 3 Bit an „Freiheit“ bis zur 256-Bit-Grenze. Da 23 = 8 ist, gibt es genau 8 Kombinationen, die eine gültige Prüfsumme ergeben und somit ein valides Wallet definieren.

Der manuelle vs. der maschinelle Weg:
Theoretisch ist die Berechnung von Hand möglich, für Informatikstudenten vielleicht auch interessant, aber für den praktischen Einsatz wäre es absurd, hier wertvolle Lebenszeit zu versenken. Der Aufwand, die ersten 23 Wörter zu erwürfeln, ist hingegen lohnenswert, da er die Basis einer echt zufällig entstandenen und damit sicheren Seed bildet.

Die Idee, sich selber eine Seed zu erwürfeln, hatte ich Anfang des Jahres 2026. Im Februar scheiterte ich am 24. Wort. Ich befragte ChatGPT und lernte schnell, daß man das 24. Wort nicht erwürfeln kann, weil es ein Checksumme enthält. Ich befragte die KI, wie man dieses Wort denn berechnen könne. Es gab daraufhin einer längere Debatte zwischen mir und ChatGPT wobei mir die KI alles mögliche anbot bis hin zu Python-Scripten, dem Aufsetzen eines speziellen Offline-Computers nur für diesen Zweck, von wochenlangen Berechnungsproblem und vielem mehr.

ChatGPT über den Versuch, das 24. Wort von Hand berechnen zu wollen:

Die harte Tatsache

Ohne irgendeine Form von Rechenhilfe kannst du das 24. Wort nicht bestimmen.

Nicht langsam.
Nicht umständlich.
Sondern prinzipiell nicht praktikabel.

Der Grund ist exakt ein Schritt:

SHA-256 über 256 Bit Entropie

Dieser Schritt ist von Hand nicht leistbar.

Warum es bis 23 Wörter „einfach“ war – und dann abrupt endet

Was du bisher gemacht hast, war:

  • Würfeln → Bits ✔️
  • Bits gruppieren → Wörter ✔️

Das sind lineare, mechanische Schritte.

Das 24. Wort erfordert dagegen:

  • 64 Runden Bit-Operationen
  • Rotationen
  • Modulo-Additionen
  • feste Konstanten
  • Zustandsmaschinen

Das ist absichtlich so gebaut, damit es nicht von Menschen gerechnet werden kann.

Über viele Tage, eher Wochen, habe ich immer wieder Wege gesucht, wie man denn dieses 24. Wort, bzw. die 8 möglichen 24. Wörter einfach errechnen könne.

Gegen Ende der Debatte meinte ich:

"ganz ideal wäre natürlich wenn eine Software die über 2000 Möglichkeiten eingibt und man nicht jedes wort einzeln eintippen muss"

Und ChatGPT antwortete:

Ja — das ist der sachlich beste Ansatz.
Und er ist technisch korrekt, offline möglich und wesentlich effizienter als manuelles Tippen.
Man muss nur klar trennen, was realistisch geht und was Hardware‑Wallets absichtlich verhindern.

1. Kernidee (präzise)

Eine Software testet automatisch alle 2048 möglichen 24. Wörter
und gibt nur das gültige Ergebnis aus.

Das ist kein Raten, sondern:

- deterministische BIP39-Prüfsummenprüfung
- exakt das, was ein Wallet intern ohnehin tut

Mathematisch sauber, sicher, vollständig.

Ich nahm sogar mit dem Hersteller einer Hardware-Wallet Kontakt auf, weil angeblich manche Wallets das 24. Wort errechnen könnten. Doch alles Mühen half nichts. Schließlich gab ich auf.

Ungefähr drei Monate später fand sich plötzlich eine einfache Lösung: Eine offline-fähige html-Datei, die das fehlende Wort, bzw. die Möglichkeiten, in Sekundenbruchteilen errechnet.

Um das 24. Wort zu finden, ohne die Vertraulichkeit einer Seed zu gefährden, nutzen wir deshalb genau dieses dafür spezialisierte Offline-Werkzeug:

Der BIP-39 CHECKSUM CALCULATOR von Sutterseba

Ein Programmierer, der über sich selbst schreibt: "Hey, I'm Sebastian, a 20-ish year old cybersecurity student from Germany." hat vor ein paar Jahren das für unseren Zweck passende Programm veröffentlicht.

Um an die Offline-Version zu kommen geht man ganz einfach auf die Seite, auf der das Tool online läuft:

https://sutterseba.de/bip39-checksum-calculator/

und klickt mit der rechten Maustaste "Speichern unter " oder "Seite speichern unter ..." (die Formulierung ist von Browser zu Browser immer etwas anders)

Und schon hat man die passende html-Datei

Achtung! Der Programmierer schreibt auf GitHub zu seinem Tool:

Be careful
The implementation is very simple, may contain mistakes and was not designed with security in mind. It is meant for testing and learning purposes to offer a way to play around with mnemonic phrases. If you roll your own seed and want to complete your mnemonic phrase, there are hardware wallets allowing you to do just that in a more secure way.

If you insist on using this tool for your own keys, make sure to run it offline on a secure and isolated operating system!

Deshalb ist es angeraten, bei Eingabe der 24 Wörter in das OMDP39-Tool darauf zu achten, ob die Seed als gültig erkannt wird, denn OMDP39 ist auf Sicherheit geprüft!

Hinweis zur Sicherheit:

Wir nutzen für die Errechnung der 8 möglichen Wörter der 24. Stelle der Seed einen Computer, der keine Verbindung zum Internet hat, keine Festplatte und keine Funkchips besitzt und von einem Live-Linux-USB-Stick startet, bei dem alle eingegebenen und berechneten Daten nur im flüchtigen Arbeitsspeicher (RAM) liegen und nach dem Ausschalten physisch verschwinden.

Was der Computer im Hintergrund tut:
Um zu verstehen, warum wir die Maschine nutzen, hilft ein Blick auf den Prozess, den der Rechner in Sekundenbruchteilen ausführt:

Zusammensetzung des 24. Wortes (11 Bit):

Z Z Z | C C C C C C C C

[3 Bit Zufall] + [8 Bit Prüfsumme] = 11 Bit (1 Wort)
(Die Reihenfolge von 8 Bit Prüfsumme und 3 Bit Zufall innerhalb des Wortes kann variieren)

Fazit:
Wir lassen die Maschine nicht unseren Schlüssel erzeugen – das haben wir durch das Würfeln selbst getan. Wir lassen den Computer lediglich die „mathematische Signatur“ (die Prüfsumme) für unsere gewürfelten Zahlen berechnen. Die Offline-HTML-Datei fungiert hierbei als deterministisches Rechenwerkzeug, das – im Gegensatz zum Menschen – frei von Fehlern bei der komplexen Hash-Berechnung ist.

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5. Selbstverantwortung und Selbstverwahrung

Nun haben wir eine eigene Seed. Durch Handwerk mit echtem Zufall höchst vertraulich selbst erstellt und mit Prüfsumme signiert.

Und nun? Wie gehen wir mit diesem Schatz nun angemessen um?

Diese Frage drängt sich auf, insbesondere durch den Aufwand des Würfelns, des Nachschlagens der Wörter, der Einrichtung eines Offline-Computers mit passender Prüfsummen-Berechnung ...

Wenn wir jetzt einen Fehler machen, dann war der ganze Aufwand unnütz, versunkene Kosten sozusagen. Ich vergleiche das gerne mit einer Badewanne: Sie kann noch so schick und edel gefertigt sein. Bei nur einem Loch im Boden kann man sie nicht füllen weil immer alles gleich wieder raus läuft.

Bezüglich der Seed müssen wir auch lernen 'dicht' zu halten. Nur dann kann auf der Seed Vermögen stabil gehalten werden (Hodl). Man sollte die Seed niemandem zeigen, nicht abfotografieren, nicht in einem Passwort-Manager speichern, nicht per Email oder Messenger versenden, nicht in einer Cloud speichern und so weiter und so weiter. Gleichzeitig müssen wir auch lernen, die Seed so zu verwahren, daß unbefugte Menschen die 'Dichtung' nicht durchdringen - etwa, indem wir die Seed in einem Tresor sichern. Aber auch Naturgewalten wie Feuer, Wasser, Wind und Erdbeben können einen Zettel mit aufgeschriebener Seed verschwinden lassen.

An dieser Stelle müssen wir in grundsätzliche Tiefen der Wertemuster und Eigenschaften eintauchen. Die erfolgreiche und nachhaltige Nutzung (Hodl) von Kryptowährungen ist nämlich direkt verbunden mit einer zugehörigen Bewusstseinsentwicklung in Bezug auf Eigenverantwortung. Wer die Gewohnheit hat, immer zuerst andere Menschen oder Institutionen zu beschuldigen, wenn etwas daneben geht, und diese Gewohnheit beibehalten will, der wird es mit Kryptowährungen schwer haben oder zutreffender gesagt: sehr schwer. Damit dieser Bewusstseinswandel in Richtung Selbstverantwortung leichter verläuft, widme ich dem Thema ein ganzes Kapitel.

Kryptowährungen unterscheiden sich grundlegend von vielem, was wir aus dem bisherigen Finanzsystem kennen. Deshalb ist es mir ein Anliegen die besonderen Eigenschaften der Kryptos zu beleuchten:

  1. Faktische Kontrolle über Vermögen
    Bei Kryptowährungen liegt die praktische Verfügungsmacht ausschließlich bei demjenigen, der die „Seedphrase“ (eine Reihe an englischen Wörtern) besitzt. Diese Seedphrase ist das zentrale Passwort. Darüber werden kryptografische Schlüssel berechnet, die das Signieren von Transaktionen auf der Blockchain ermöglichen. Die Guthaben sind nicht in der Geldbörse (Wallet) gespeichert, sondern öffentlich in der Blockchain eingetragen. Wer das Passwort bzw. die Schlüssel kontrolliert, kann die Coins bewegen; wer sie nicht hat, hat keinen Zugriff – unabhängig davon, wer das Vermögen formal beanspruchen könnte.
  2. Keine zentrale Instanz, keine staatliche Zuordnung
    Anders als bei Bankkonten gibt es keine zentrale Einrichtung, die den Zugriff verwaltet oder wiederherstellen kann. Es gibt keinen Namenseintrag, kein Grundbuch, keine Exekutive, die das Vermögen im Fall von Verlust oder Streit wiederherstellen könnte. Die Blockchain selbst kennt nur Adressen und Guthaben, nicht die Personen dahinter.
  3. Selbstverantwortung statt Fremdbestimmung
    Selbstverwahrung (Self-Custody) stellt einen radikalen Paradigmenwechsel dar:
    • Traditionelle Konten: Staat und Banken bestimmen, verwalten und schützen den Zugang; die Person ist in ihrer Verfügungsmacht fremdbestimmt, aber rechtlich geschützt.
    • Kryptowährungen: Du allein bist verantwortlich. Sicherheit, Backup, Vererbung oder Weitergabe des Zugangs liegen vollständig in Deiner Hand.
  4. Trennung von rechtlicher Zuschreibung und faktischer Zugriffsmacht
    Auch wenn Behörden Kryptowährungen als „Vermögenswerte“ behandeln, bedeutet das nicht, daß das Recht praktischen Zugriff erzwingen kann. Die Blockchain schützt die Coins durch kryptografische Kontrolle, nicht durch staatliche Durchsetzbarkeit. Eigentum im klassischen Sinn – Name, Eintragung, Wiedererlangung durch Exekutive – existiert hier nicht.
  5. Risiko und Freiheit
    • Wer seine Passwörter und Schlüssel sicher verwahrt, ohne daß Fremde darauf Einsicht nehmen können, hat maximale Kontrolle und Unabhängigkeit. Man kann weltweit auf das Vermögen zugreifen, selbst wenn das eigene Handy, der eigene Computer oder das Hardware-Wallet kaputtgehen sollten.
    • Wer die Passwörter verliert – sei es durch Fahrlässigkeit, Vergesslichkeit, Unfälle, Feuer oder Hochwasser – verliert den Zugriff auf das Vermögen dauerhaft und unwiederbringlich. Wer die Schlüssel Dritten zugänglich macht, ermöglicht diesen den Zugriff, ohne daß ein Missbrauch verhindert oder rückgängig gemacht werden kann.
    • Dies unterscheidet Self-Custody fundamental von allen bisherigen Finanzsystemen: Zugriff = Macht, nicht Rechtstitel.
  6. Philosophische Essenz
    Selbstverwahrung ist mehr als ein technisches Konzept: Es ist ein System der absoluten Selbstverantwortung, das die jahrtausendealte Kopplung von Eigentum, Zugriff und institutioneller Fremdbestimmung aufbricht. Wer Kryptowährungen hält, übernimmt aktiv die Verantwortung für sein Vermögen – und alle Konsequenzen, die daraus folgen.

Bevor man ein neues Kryptokonto (Adresse) nutzt, sollte man sich einen Plan machen, wo man die Wortliste der Seedphrase sicher, geschützt und doch für einen selbst zugänglich verwahrt.

Und, ganz wichtig: Man sollte sich ganz ernsthaft die Frage stellen, ob man interessiert, fähig und bereit für absolute Selbstverantwortung ist.

Wer freien Herzens der Selbstverantwortung zustimmt, kann nun den Weg beschreiten, die frisch erstellte Seed sicher zu verwahren. Dabei stößt man jedoch auf ein wahrscheinlichkeitstheoretisches Paradoxon.

Das Verfügbarkeits-Vertraulichkeits-Paradoxon

Hat man nur eine einzige Kopie der Seed (selbst wenn sie dauerhaft 'in Stein gemeißelt' oder in Stahl geschlagen ist), ist man zu 100 % davon abhängig, daß dieser eine Schatz alles, was da kommen mag, unbeschadet überdauert. Gegen Naturgewalten, politische Umwälzungen bis hin zu Krieg und Vertreibung muss dieser eine Ort standhalten – und man muss das Objekt im Notfall zwingend wiederfinden können.

Da dieser Anspruch der absoluten Unzerstörbarkeit eines einzigen Objektes an einem Ort kaum zu erfüllen ist, liegt der Impuls nahe: die Seed mehrfach kopieren und an verschiedenen Standorten (gegebenenfalls in anderen Ländern oder auf anderen Kontinenten) zu hinterlegen. Doch dies führt zum Paradoxon: Zwar erhöht man damit massiv die Wahrscheinlichkeit der Verfügbarkeit, doch man erhöht im selben Maße das Risiko, daß ein Unbefugter Zugriff auf eine dieser Kopien erlangt und das Vermögen abräumt.

Die Lösung für dieses Paradoxon liegt in der mathematischen Aufteilung der Seed in kryptografische Teile, sogenannte Shares. Diese sind einzeln wertlos aber in einer bestimmten Kombination ermöglichen sie die Rekonstruktion der Seed. Wie man damit die Verfügbarkeit sichert, ohne die Vertraulichkeit zu gefährden, ist Thema des folgenden Kapitels.

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6. Die Logik des Teilens (SSS und OMDP39)

Vor über 40 Jahren hat Adi Shamir, ein israelischer Kryptologieexperte, ein Verfahren entwickelt, um Geheimnisse sicher aufzuteilen. Mit Hilfe dieses Verfahrens lässt sich ein Geheimnis in mehrere Fragmente, sogenannte Shares, zerlegen, sodass zur Rekonstruktion des Geheimnisses nur eine definierte Teilmenge dieser Shares benötigt wird. Dieses 1979 entwickelte Verfahren trägt den Namen: Shamir’s Secret Sharing (SSS).

Das Verfahren gilt seit Jahrzehnten als der Goldstandard für die sichere Verwahrung und Rekonstruktion von Geheimnissen – von der Industrie über das Bankwesen und Regierungen bis hin zu privaten Sicherheitsbedürfnissen.

Häufig wird die Konfiguration „3 aus 5“ verwendet. Das bedeutet: Das Geheimnis wird in 5 Shares geteilt, und man benötigt mindestens 3 dieser Shares, um das ursprüngliche Geheimnis wiederherzustellen.

In der Praxis findet SSS breite Anwendung:

Das bewährte Verfahren (SSS) ist daher perfekt dafür geeignet, eine wertvolle Seed zu sichern.

Die Aufteilung einer Seed in Shares mit OMDP39

Während Shamir’s Secret Sharing (SSS) als allgemeines kryptografisches Prinzip seit Jahrzehnten den Goldstandard bildet, fehlte für den Anwender von BIP39-Seeds lange Zeit eine direkte, hochsichere, verifizierbare, offlinefähige Implementierung, die das Verfahren direkt auf das 11-Bit-Wort-Format anwendet und gleichzeitig die überlangen Shares auf die gewohnte Länge bringt. Genau hier setzt OMDP39 an: Es übersetzt das mathematische Prinzip von Shamir in die Welt der mnemonischen Wörter und macht es für den Anwender sicher, einfach, offline und überprüfbar nutzbar.

Die Shares sind nativ länger als das Geheimnis. Aus einer Seed mit 24 Wörtern wird eine Reihe von 33 Wörtern. Da dies unpraktisch für handelsübliche Seed-Sicherungssysteme (die meist für 24 Wörter ausgelegt sind) ist, enthält OMDP39 eine integrierte Umrechnung in Base24: Aus 33 Wörtern wird eine Reihe von 24 Codes, die je 4 Zeichen lang sind. Somit sind die Shares mit den gleichen Methoden wie eine klassische Seed zu sichern.

Das frei verfügbare Tool OMDP39 wird von der C&W Software Labs AG aus Zug, Schweiz, herausgegeben. Es ist online sowie offline nutzbar, wobei für vertrauliche Anwendungen selbstverständlich ausschließlich die Offline-Variante zu verwenden ist.

OMDP39 umfasst folgende funktionale Bausteine:

  • Seed-Verwaltung: Eingabe einer existierenden Seed oder Generierung einer neuen, zufälligen Seed.
  • Konfiguration: Festlegung der Anzahl an Shares sowie der notwendigen Rekonstruktionsschwelle (empfohlen: 3 aus 5).
  • Fragmentierung: Aufteilen der Seed in mehrere Shares.
  • Konvertierung: Umrechnung der 33-Wort-Shares in das Base24-Format und zurück.
  • Rekonstruktion: Eingabe der Shares zur Wiederherstellung der ursprünglichen Seed.
  • Werkzeuge: Integrierte BIP39-Wortliste zur Verifizierung.

Wichtiger Hinweis zur Authentizität

In der Welt der Kryptografie ist die Integrität der Werkzeuge das höchste Gut. Da OMDP39 als verifizierbares Vertrauensmodell für sensible Sicherheitsanwendungen an Bedeutung gewinnen wird, rückt es zwangsläufig in den Fokus von Akteuren, die Nachahmer-Produkte oder Phishing-Seiten erstellen könnten, um Nutzer durch die Verwendung des bekannten Namens in die Irre zu führen.

Vertraue ausschließlich den offiziellen Quellen:

Offizielles Repository: github.com/OmegaSoftwareLabs/omdp39-releases
Offizielle Webseiten: www.omdp39.io, www.omdp39.com, www.sliceyourseed.com

Verifiziere jedes heruntergeladene Werkzeug zwingend über die bereitgestellten kryptografischen Signaturen (minisig) und SHA-256-Prüfsummen im offiziellen Repository. Nutze niemals eine Kopie, deren Herkunft nicht zweifelsfrei auf dieses Repository zurückzuführen ist.

OMDP39 ist kein klassisches Open-Source-Projekt zur freien Modifikation, sondern ein verifizierbares Sicherheits-Protokoll. Der Fokus liegt auf der Integrität der Ausführung: Durch kryptografische Signaturen wird sichergestellt, daß das, was der Nutzer in der Hand hält, exakt vom Hersteller zertifiziert wurde – ganz ohne blindes Vertrauen in den Anbieter. Jeder Nutzer kann (und soll) die kryptografische Signatur und die Hashes selbstständig prüfen.

Sicherheit entsteht nicht durch Bequemlichkeit, sondern durch Verifizierung!

Bei Shamir 3 aus 5 wird die Seed in 5 Shares geteilt.
Mit mindestens 3 Shares wird die ursprüngliche Seed wieder hergestellt:
(Bitte die grauen Shares #1 bis #5 anklicken)

Diese interaktive Visualisierung ist lizenziert unter CC BY-ND 4.0.
Attribution: Michael Konstantin Haberer / ShareTheSeedswww.sharetheseeds.com
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7. Der AirGap-Rechner: Von der Berechnung bis zum fertigen Metall-Share

Grundprinzip der Sicherheit

Im vierten Kapitel schrieb ich über den verwendeten Computer:
"Wir nutzen für die Errechnung der 8 möglichen Wörter der 24. Stelle der Seed einen Computer, der keine Verbindung zum Internet hat, keine Festplatte und keine Funkchips besitzt und von einem Live-Linux-USB-Stick startet, bei dem alle eingegebenen und berechneten Daten nur im flüchtigen Arbeitsspeicher (RAM) liegen und nach dem Ausschalten physisch verschwinden."

"AirGap" bedeutet bei uns: Es gibt eine komplette physische Trennung des Gerätes vom Internet. Es ist nicht nur ein WLAN-Schalter deaktiviert – das Gerät besitzt schlicht keine Hardware-Komponenten mehr, um eine Verbindung aufzubauen.

Da Sicherheit auf Software-Ebene (z.B. Deaktivierung von JavaScript) durch administrative Rechte jederzeit ausgehebelt werden kann, beruht unser AirGap-Konzept ausschließlich auf physikalischen Tatsachen: Fehlende Funk-Hardware, physisch versiegelte Schnittstellen und die autarke Stromversorgung schließen einen Datentransfer auf technischer Ebene aus. Hier verlässt sich das System nicht auf Konfigurationen, sondern auf die Abwesenheit physikalischer Möglichkeiten.

Nun stelle ich die Hardware vor, die für diesen Prozess zum Einsatz kommt:

Als Betriebssystem kommt Linux Mint (via USB-Stick) zum Einsatz. Die Software-Umgebung ist so konfiguriert, daß nach dem Hochfahren automatisch Firefox (mit den lokalen OMDP39-HTML-Tools) sowie LightBurn (mit vorbereitetem Laser-Design) starten.

Nun folgen Bilder vom „Ausweiden“ (der Hardware-Modifikation) der Rechner zur finalen Absicherung:

Lenovo X250 beim Ausbau der Festplatte und des ersten Funkchips
Lenovo X250: Beginn der Hardware-Modifikation durch Ausbau des Datenträgers und eines Funkchips.
Lenovo X250 ohne Festplatte und zwei Funkchips entfernt
X250 nach der physischen Eliminierung beider Funkchips sowie der Festplatte.
Lenovo T470 vor dem Umbau
Lenovo T470: Der Basis-Rechner vor dem Hardening-Prozess.
Lenovo T470 ohne Funk und ohne Festplatte
Lenovo T470: Der Basis-Rechner ist nun sauber (frei von Funk und Festplatte).
Lenovo T470 Detail
Lenovo T470, Detailaufnahme: Die Enden der Antennenkabel sind isoliert festgeklebt.
Laser vor dem Umbau
Faserlaser: Originalzustand vor der Umrüstung zur sicherheitskritischen Einheit. Die ca. 1 x 3 cm große orangene Fläche rechts im Bild ist die Antenne. Das zugehörige schwarze Kabel ist das Antennenkabel
Laser ohne Antenne mit innerer Abschirmung
Laser-Modifikation: Entfernung der Antenne (rechts im Bild) und Anbringung der internen Abschirmung bei aufgeklapptem gehäuse (links im Bild).
Laser versiegelt und verplombt
Absicherung: Das Gehäuse ist physisch versiegelt und gegen unbefugte Öffnung verplombt.
Acousticom 2 Messung am funkfreien Laser-Setup
Verifizierung der Abschirmung: Der Acousticom 2 zeigt keinerlei messbare Funkaussendung (0 V/m) bei aktivem Laserbetrieb innerhalb des Faradayschen Käfigs.

Die Anschlüsse des AirGap-Rechners werden versiegelt

Bitte klicke mehrfach auf das Bild:

Noch sind die Anschlüsse offen, hier SD-Kartenslot und LAN-Anschlussbuchse.

Details für Kenner: Der Sicherheits-Workflow

  • Die Hardware: Im Einsatz ist ein Lenovo T470 (Backup: X250), ein Faser-Laser (GWEIKE G2 Pro 30W) sowie eine Schmauchabsaugung. Die Stromversorgung erfolgt autark über eine Powerstation – dies garantiert eine stabile Qualität der Stromversorgung während der Rechenoperationen und des Laserns. Auch verhindert dies jeglichen potenziellen Datenabfluss über das Stromnetz. Der T470 verfügt über keine Festplatte und keine Funkchips; ungenutzte Anschlüsse sind mit Hologramm-Sicherheits-Siegeln verschlossen, der Linux-USB-Stick ist physisch mittels Plombe mit dem Gerät verbunden. Nach jedem Gebrauch wird der Stick entfernt, formatiert, das System neu aufgesetzt und der Stick mit einer neuen Plombe am Gerät fixiert. Da ein Funkchip im Lasergehäuse technisch nicht entfernt werden konnte, wurde dessen Antenne entfernt und das gesamte Gerät in einem geerdeten Faradayschen Käfig untergebracht. Mit dem Electrosmog Detector Acousticom 2 konnte selbst in direktester Nähe keinerlei Funkaussendung (0 bis 0,01 V/m) mehr gemessen werden.
  • Browser-Hardening: Firefox ist strikt auf "Datenschutz ohne lokale Speicherung" konfiguriert; keinerlei Formulareingaben oder Chroniken werden gespeichert.
  • Einweisung des Bedieners: Nach dem Hochfahren des Systems weist der Prozessbegleiter den Bediener ein, der seine eigene Seed selber auf Metall lasern wird. Je nach Situation und Wunsch des Bedieners (hat er 23 oder 24 Worte etc.) können Prozessschritte flexibel an den individuellen Wissensstand oder die spezifische Sicherheits-Konfiguration angepasst werden. Auch können beim Design von LightBurn verschiedene Ebenen an- und abgeschaltet werden, je nach Designwunsch.
  • Vertraulichkeit mit Anleitung: Der Bediener hat ab jetzt die nötigen Eingaben und Klicks selber zu tätigen. Idealerweise ist er alleine im Raum. Mit laminierten und beschrifteten Screenshots wird jeder Handlungsschritt eindeutig dargelegt. Möglich ist auch, daß der Prozessbegleiter im Raum bleibt um akut entstehende Fragen zu beantworten und gegebenenfalls die etwas schwierigeren Handlungen zu tätigen (Bedienung der Design-Software, des Lasers, der Schmauchabsaugung etc). Ganz wichtig ist dabei immer, daß der Prozessbegleiter unter keinen Umständen die vertraulichen Daten der Seed und der Shares sehen kann!
  • Seed-Erzeugung: Der Bediener gibt die 23 erwürfelten Wörter ein, evaluiert die 8 möglichen Varianten für das 24. Wort und trifft die finale Auswahl.
  • Transfer: Per Copy/Paste erfolgt die Übertragung der 24 Wörter in die OMDP39-Seite.
  • Private Angaben: Der Bediener hat die Möglichkeit folgende private Angaben in ein vorbereitetes Script einzutragen: Name / Nickname der Seed (wichtig bei mehreren Seeds) / Datum / freier Text (optional) in vier Textblöcken zu 96, 81, 68, 56 also zusammen maximal 301 Anschlägen (Umlaute ergeben je 2 Anschläge). Dieser freie Text ist dafür vorgesehen auf eine separate Metallplatte ("Pfad zum Schatz") gelasert zu werden. Dies könnte beispielsweise eine Erinnerung sein, wo man selbst die 5 Shares versteckt hat, wobei die Beschreibung so unscharf sein sollte, daß sie nur einem selbst hilft, einem Fremden jedoch nicht. Es könnte hierbei auch ein Rätsel für die Erben niedergeschrieben werden.
  • Interne Verarbeitung: OMDP39 errechnet die 5 Shares sowie die Base24-Umrechnung. Ein maßgeschneidertes Skript schreibt zusätzlich zu den persönlichen Angaben die Base24-Daten der 5 Shares direkt als Tabelle in /dev/shm – eine RAM-Disk, deren Inhalte bei Stromverlust oder Neustart unmittelbar und unwiederbringlich gelöscht werden.
  • Design mit Wiederherstellungsanleitung: Um langfristig die Wiederherstellung der Seed sicher zu stellen, auch wenn das OMDP39-Tool eines Tages nicht mehr verfügbar wäre, ist auf jeder Share-Platte die Art der Codierung sowie der Wiederherstellung fest eingebrannt. Mit diesen Angaben kann im Notfall ein Informatiker / Kryptologe die Daten wiederherstellen ohne das OMDP39-Tool nutzen zu müssen: ALPHABET: 0123456789ABCDEFGHJKMNPR (BASE24) [EXCLUDING: I(INDIA), L(LIMA), O(OSCAR), Q(QUEBEC)] | SYSTEM: OMDP39.COM (SHAMIR 3/5) | RECOVERY: 96-CHAR BASE24 -> 33 WORDS -> BIP39 SEED | BASE24 MAP: 0=0 | 9=9 | 10=A | 17=H | 18=J | 19=K | 20=M | 21=N | 22=P | 23=R
  • Laser-Schutzbrille: Zum Schutz vor Reflexionen trägt der Bediener (und sofern im Raum, auch der Prozessbegleiter) eine zertifizierte Schutzbrille (850 -1300nm OD6+).
  • Laser-Fertigung: LightBurn importiert die Daten direkt aus dieser flüchtigen RAM-Disk in das Fertigungs-Design und brennt innerhalb weniger Minuten die Daten auf Edelstahl!
  • Metallplatten: Als Speichermedium nehmen wir speziell gestanzte Metallplatten aus säurebeständigem Edelstahl A4 in 7 cm Durchmesser mit einer praktisch unzerstörbaren Materialdicke von 5 mm!
  • QR-Codes von abgeleiteten Adressen: Für Fortgeschrittene: Mit dem Mnemonic Code Converter von Ian Coleman (Auf dem Linux-System mit dabei) kann der Bediener für seine Seed die zugehörigen abgeleiteten Adressen, private-keys und public-keys für Bitcoin, Ethereum, Monero und andere Währungen als QR-Code anzeigen lassen und diese mit Digitalkamera oder Handy fotografieren. Achtung: Die gelasterten Metallplatten sowie die im Coleman-Tool eingegebene Seed auf keinen Fall ablichten!! Nutzung dieses Tools nur für Fortgeschrittene und in Eigenverantwortung!
  • Spurenloses Arbeiten: Nach Beendigung des Prozesses und Herunterfahren des Systems existieren keine kryptografisch relevanten Daten mehr auf dem Gerät.
  • Reinigung des Metalls: Nach dem Lasern werden die Metallplatten mehrstufig u.a. mit Ultraschall von Schmauchspuren gereinigt, um mögliche Korrosionsansätze zu minimieren.
  • Archivierung: Nach der Reinigung kommen die gelaserten Metallplatten in versiegelte Behälter mit kontrollierter Atmosphäre. Je nach Wunsch können die Behälter auch extrastark ausgeführt sein um besonders heftigen mechanischen oder thermischen Konfrontationen gewachsen zu sein. Auch für langfristige Erdlagerung gibt es bewährte Konstruktionen.
Lasergravur auf Edelstahl

8. Demo-Seed

Zur Veranschaulichung der einzelnen Schritte nehmen wir eine Demo-Seed. Diese ist zwar eine "gültige" Seed, aber nicht durch Zufall erzeugt.

Mit einer eigens dafür erstellten Logik habe ich 23 Wörter aus der BIP39-Liste ausgewählt: Man nehme bei A beginnend, immer das erste Wort, das genau 4 Buchstaben lang ist.

Bei den Wörtern, die mit A beginnen, ist es das Wort 'able'. Beim nächsten Buchstaben B ist das erste Wort mit genau 4 Buchstaben: 'baby'.

Auf diese Weise herausgepickt lauten die ersten 23 Wörter:

able baby cage damp earn face gain hair icon jazz keen lady maid name obey pact quit race safe tail ugly vast wait

Ich gebe die 23 Wörter ins Programm 'Checksum Calculator' ein und erhalte die möglichen 8 Varianten des 24. Wortes:

Checksum Calculator Ergebnis

book, cliff, garment, inform, mistake, power, supply, want

Hiervon nehme ich wieder das erste Wort mit genau 4 Buchstaben: "book"

Fertig ist eine gültige Seed: able baby cage damp earn face gain hair icon jazz keen lady maid name obey pact quit race safe tail ugly vast wait book

⚠️ Wichtiger Hinweis: Bitte erstelle eine echte Seed nur mit Würfeln und nicht so, wie ich es hier beschreibe. Ich lege diese Logik der Wortauswahl nur dar, um aufzuzeigen, wie ich auf eine Demo-Seed gekommen bin, die viel echter aussieht als "aban aban aban aben..." oder die Wörter benutzt wie 'HODL', die gar nicht in der BIP39 Liste auftauchen.

Die Demo-Seed gebe ich bei OMDP39 ein (www.omdp39.com) und überprüfe dort, ob sie gültig ist:

OMDP39 Prüfung
⚠️ Wichtiger Hinweis: Bitte benutze für echte Seeds NUR das Offline-Tool von Omdp39.com und NICHT die online-Funktion direkt auf der Webseite!

Dann klicke ich auf "Shares generieren":

Shares generieren

Als Ergebnis werden 5 Shares mit je 33 Wörtern angezeigt. Hier das Bild von Share 1 von 5:

Share 1 von 5

Die 33 Wörter lauten in der entsprechenden Reihenfolge (man kann durch Klick oben rechts auf "kopieren" diese leicht woanders einfügen):

cause quote city thing army shallow father insect control husband skull wine save hood giggle leaf amazing avoid unveil clip harbor raven until upgrade stable pupil toward panther update fault bargain length abandon

Man kann aber auch auf "BASE24 anzeigen" klicken und erhält dann diese Ansicht:

BASE24 Ansicht

Unterhalb der schon sichtbaren 33 Wörter sind nun 24 Blöcke je 4 Zeichen ergänzt worden. Dies ist der BASE24 Code.

Hier das Ergebnis, wenn man 'Als 24 x 4 kopieren' angeklickt hat:

Share 1: 0RCD 1BAR D14C 9C4E MPG0 9PJD M1RN CE3J ARM3 54FK JKCB FR5R 3DKR RF35 0JDJ 6BF3 M90M HBDB F90E C53K BCGP K14J 9FE2 K29G

Share 2: 0RCD 1BAR D14C 9C62 4RFP 86JC 9NJF 6NCH HABA 8BA1 J4A9 HA2P H8EA DN7C D20J 5C49 A918 D7HG ARAA 8F41 8GFM PDR6 42M5 7B70

Share 3: 0RCD 1BAR D14C 9C64 1P73 9DEC DRNM 14J8 CF1R PM26 GF80 N2KH 6H7R M390 JN09 DG9D FK15 BBPH 8CF1 6ACH DNDM 8PJ3 8DCN GB70

Share 4: 0RCD 1BAR D14C 9C7G PF81 AB3C 6F4H D4FD JF8E DBE6 HRC8 HF10 FF14 6FD6 FCJ4 PBD7 88DE R53A GJP2 P2NN GAP7 G0R9 M6KD J848

Share 5: 0RCD 1BAR D14C 9C7J RRK9 N8FN PJMK PJCB 5JBE BK1F N310 3ADK 64N3 PBKB 3J6K MHHM M4JH R078 PCF4 H8KJ E242 4E5H JPHR 6H1G

Durch das von mir entwickelte Script werden die Codes der Seed sowie der Shares temporär in eine Tabelle geschrieben und können damit von der Software LightBurn importiert werden.

Bevor wir den Code in Metall verewigen, überprüfen wir, ob die Rekonstrukton der Seed funktioniert:

Dafür gehen wir zuerst bei OMDP39 auf den Menüpunkt BASE24:

BASE24 im Menue

Dann scrollen wir etwas herunter bis zum Punkt: "96 Base24-Zeichen → 33 Wörter" und tragen die 96 Zeichen eines Shares ein. Dabei beachten wir, daß rechts unterhalb des Feldes "96 gültige Zeichen" steht. Dann haben wir keinen Tippfehler gemacht.

Hier im Bild sind die BASE24 Zeichen des Share 1 eingegeben

96 Base24-Zeichen → 33 Wörter

Dann klicken wir auf "Zurück zu Wörtern umwandeln" und erhalten den Hinweis: "33 Wörter · OMDP39-Share wurde gegen Header und Prüfsumme verifiziert" sowie die 33 Wörter, die mit Klick auf "Wörter kopieren" leicht woanders eingefügt werden können:

33 Wörter

Diesen Vorgang machen wir mit allen Shares (oder im realen Leben, mit den wieder gefundenen, geborgenen, ausgegrabenen Shares, mindestens 3 von 5) und erhalten 5 x 33 Wörter:

Share 1: cause quote city thing army shallow father insect control husband skull wine save hood giggle leaf amazing avoid unveil clip harbor raven until upgrade stable pupil toward panther update fault bargain length abandon

Share 2: cause quote city thing around goose behind robot train mesh caution sort bargain rule sense sport lunar awake work prepare belt meat property ancient soda tube wink tourist cheap future south length abandon

Share 3: cause quote city thing around payment exile taste fault educate shop bread off tribe office awkward develop drip fold sing razor usage bounce decrease infant cradle govern library embody just leave abandon abandon

Share 4: cause quote city thing arrange indoor body sentence dance dinosaur mountain enrich rose middle what episode truly cotton entry local pill curve spice catalog eight genius loyal brass physical truth various length abandon

Share 5: cause quote city thing arrange renew duck plunge lonely veteran income paper dawn summer phone maze extend glow uncover token action fatigue guide banner wine roast bottom lemon sniff tree agree length abandon

Als nächstes gehen wir bei OMDP39 auf den Menüpunkt "Secret wiederherstellen":

Secret wiederherstellen

Nun geben wir beliebige drei der 33 Wörter langen Wortlisten ein. Da zuerst nur zwei Eingabefelder angezeigt werden, muss man einmal klicken auf "Weiteren Share hinzufügen".

drei Shares eingeben

Mit dem Klick auf den unteren roten Balken mit der Aufschrift "Secret wiederherstellen" wird die ursprüngliche Seed wiederhergestellt, aber aus Sicherheitsgründen unlesbar unscharf dargestellt. Lesbar ist der Sicherheitshinweis: Sensibel: Jeder, der diesen Seed kennt, hat vollen Zugriff auf Dein Wallet. Schließe dieses Tab nach Verwendung und vermeide Screenshots.

Seed ist wieder da, aber unscharf

Sofern der Mauszeiger über dem Feld der Seed liegt, wird die Seed sichtbar. Mit Klick auf "Dauerhaft anzeigen" bleiben sie sichtbar, egal wo der Mauszeiger sich befindet:

Seed ist wieder lesbar

An dieser Stelle fehlt (aus Sicherheitsgründen - die Seed soll physisch gespeichert werden und nicht im elektronischen Zwischenspeicher landen) die Möglichkeit die vollständige Seed per Klick zu kopieren. Ich kann aber für diese Demonstration mit Copy / Paste (STRG C / STRG V) die Wörter der Seed herauskopieren:

1 able 2 baby 3 cage 4 damp 5 earn 6 face 7 gain 8 hair 9 icon 10 jazz 11 keen 12 lady 13 maid 14 name 15 obey 16 pact 17 quit 18 race 19 safe 20 tail 21 ugly 22 vast 23 wait 24 book
⚠️ Wichtiger Hinweis: Wenn man den Vorgang wiederholt, aus einer Seed 5 Shares zu bilden, dann sehen die Shares immer anders aus. Man darf beim Wiederherstellen nur Shares desselben Vorgangs zusammen legen, sonst geht es nicht. Nimmt man fälschlicherweise gemischte Shares (auch wenn sie von der selben Seed stammen), dann erscheint diese Fehlermeldung: "Die Shares gehören nicht zum selben Set. Alle Shares müssen aus einem einzigen create-shares-Aufruf stammen."

Weiter oben im Text, im Bereich 'Sicherheits-Workflow', schrieb ich:

"Der Bediener hat die Möglichkeit folgende private Angaben in ein vorbereitetes Script einzutragen: Name / Nickname der Seed (wichtig bei mehreren Seeds) / Datum / freier Text (optional) in vier Textblöcken zu 96, 81, 68, 56 also zusammen maximal 301 Anschlägen (Umlaute ergeben je 2 Anschläge). Dieser freie Text ist dafür vorgesehen auf eine separate Metallplatte ("Pfad zum Schatz") gelasert zu werden. Dies könnte beispielsweise eine Erinnerung sein, wo man selbst die 5 Shares versteckt hat, wobei die Beschreibung so unscharf sei sollte, daß sie nur einem selbst hilft, einem Fremden jedoch nicht. Es könnte hierbei auch ein Rätsel für die Erben niedergeschrieben werden.

OMDP39 errechnet die 5 Shares sowie die Base24-Umrechnung. Ein maßgeschneidertes Skript schreibt zusätzlich zu den persönlichen Angaben die Base24-Daten der 5 Shares direkt als Tabelle in /dev/shm – eine RAM-Disk, deren Inhalte bei Stromverlust oder Neustart unmittelbar und unwiederbringlich gelöscht werden."

Nachdem bei LightBurn diese Tabelle importiert wurde, werden die im Design hinterlegten Felder für variablen Text ersetzt mit den Angaben der Tabelle.

Das Vorschaubild der Metallplatten Share 1 bis Share 4 vcn LightBurn sieht so aus: (die dünnen Linien sind die Leerfahrten des Lasers)

Vorschau der Shares 1 bis 4

Die frisch gelaserten Shares sehen so aus:
(die Unschärfe liegt u.a. am Schmauch)

Vorschau der Shares 1 bis 4

Für die Metallplatten 5 bis 8 habe ich in diesem Beispiel folgende Auswahl getroffen:

Das Vorschaubild sieht dann so aus:

Vorschau der Shares 1 bis 4

Dieses Platten-Set sieht frisch gelasert so aus:

Vorschau der Shares 1 bis 4

Das Wort SAFE in Großaufnahme:

SAFE gelasert

Nach dem Lasern werden die Gravuren einem mehrstufigen Reinigungsprogramm inkl. Ultraschallreinigung unterzogen. Das Wort SAFE sieht dann so aus:

SAFE gereinigt

In noch höherer Vergrößerung sieht man den Unterschied sehr gut:

A mit Schmauch

Vorher (mit Schmauch)

A gereinigt

Nachher (gereinigt)

Eine gereinigte SHARE-Platte sieht so aus:

Vorschau der Shares 1 bis 4

Eine gereinigte SEED Platte sieht so aus:

Vorschau der Shares 1 bis 4
Lasergravur auf Edelstahl

9. Der Vorgang des Laserns (Video)

Auf dem nun folgenden Video sieht man den Vorgang des Laserns einer Demo-Share-Platte. Der Vorgang dauert rund 2 Minuten.

Üblicherweise werden vier Platten (z.B. Share#1 bis Share#4) in einem Vorgang gelasert (Dauer ca. 8 Minuten).

Lasergravur auf Edelstahl

10. Reinigung der Metallplatten

Nach dem Lasern werden die Metallplatten mehrstufig u.a. mit Ultraschall von Schmauchspuren gereinigt.

Eine porentiefe Reinigung ist essenziell für den Korrosionsschutz bei Langzeitlagerung. Beim Lasern werden unterschiedlichste metallische und chemische Verbindungen freigesetzt oder entstehen neu als Reaktionsprodukt bei der intensiven Energieeinwirkung auf dem Metall. Bei einer Lagerung über Jahrzehnte hinweg könnten diese Schmauchstoffe selbst säurefesten A4-Edelstahl zur Korrosion anregen. Um das zu vermeiden wurde eine mehrstufige Intensivreinigung entwickelt.

Ein Anblick der Utensilien:

Reinigungstisch

Zu sehen ist:

Details für Interessierte: Der Reinigungs-Workflow

  • Persönliche Schutzausrüstung: Als erster Schritt werden spezielle Einweg-Schutzhandschuhe angezogen. Zum Schutz vor feinsten Metallpartikeln und Chemikalien verwenden wir extra dicke Nitrilhandschuhe (doppelte Stärke). Die rutschfeste, rautenförmige 3D-Struktur auf den gesamten Handinnenflächen sorgt für eine hervorragende Griffigkeit.
  • Grobreinigung: Mit Essig aus der Sprühflasche und einer Zahnbürste mit extra harten Borsten (sogenannte Raucherzahnbürste) wird der Schmauch auf der Platte angelöst und gelockert.
  • Grobspülung: Die Metallplatte wird über den GN-Behälter gehalten und mit ein paar Sprühstößen Essig werden die gelösten Schmauchbestandteile abgespült.
  • Intensivreinigung: Eine eigens erstellte Reinigungspaste wird auf die Metallplatte aufgetragen. Die Mischung besteht aus 10 Teilen feinster Kreide und je 2 Teilen Glycerin und Propylenglykol. Die Kombination sorgt für eine synergetische Wirkung: Während das Glycerin aufgrund seiner hohen Viskosität als stabiler Träger für die Kreidepartikel dient, reduziert das dünnflüssigere Propylenglykol die Oberflächenspannung. Dies verbessert die Benetzung der Gravurgräben und stellt sicher, daß die Mischung in kleinste Vertiefungen eindringt und den gelösten Schmauch zuverlässig in Suspension hält. Da die Mischung wasserfrei formuliert ist und durch das Glycerin eventuell eindringende Luftfeuchtigkeit sofort absorbiert wird, sind keine Konservierungsmittel erforderlich. Gereinigt wird mit einer speziellen Schallzahnbürste mit 40.000 Schwingungen pro Minute. Da die Platte zuvor mit Essig vorgereinigt wurde und damit immer noch mit Essig benetzt ist, entsteht beim Auftragen der Reinigungspaste eine kontrollierte Schaumbildung: Die Reaktion der Essigsäure mit dem Calciumcarbonat der Kreide setzt Kohlendioxid frei, welches den Schmauch durch diesen mikroskopischen 'Aufschäumeffekt' förmlich aus den Gravuren heraushebt und das Lockern der Ablagerungen zusätzlich begünstigt.
  • Vorspülung: Die Metallplatte wird über dem GN-Behälter mit Sprühstößen mit destilliertem Wasser von der Reinigungspaste und den gelösten Schmauchresten befreit.
  • Ultraschall-Hauptreinigung: Im Ultraschallgerät befindet sich destilliertes Wasser mit 1 % Ultraschallreiniger. Bei 55 °C werden bis zu 8 Platten gleichzeitig 10 Minuten lang mit 40.000 Schwingungen pro Sekunde von Schmauch- sowie Reinigerresten befreit.
  • Zwischenreinigung: Der Träger mit den 8 Metallplatten wird auf den GN-Behälter gelegt und die Platten werden mit mehreren Sprühstößen destilliertem Wasser abgespült, damit Reinigerrückstände vollständig ablaufen können.
  • Ultraschall-Nachreinigung: In diesem Ultraschallgerät befindet sich destilliertes Wasser (ohne zugesetzen Reiniger). Bei 30 °C werden die Platten 2 Minuten lang nachgereinigt, um letzte Spuren zu beseitigen.
  • Nachspülen: Mit 99,9%igem Isopropanol werden die Metallplatten abschließend abgesprüht. Der Alkohol kriecht in die Gravuren, unterwandert das Wasser, verdrängt es in den GN-Behälter und verdunstet anschließend rückstandsfrei. Danach sind die Metallplatten sauber, trocken und bereit für das Verpacken in nummerierten Safebags inkl. Silicagel-Tyvek-Beutelchen zur dauerhaften Konservierung.

In der folgenden Bilderreihe siehst Du die Reinigung Schritt für Schritt.
Bitte klicke mehrfach auf das Bild:

Frisch gelasert ist viel Schmauch auf dem Metall.

Lasergravur auf Edelstahl

11. Verifizierung der Haltbarkeit

Die Absicht hinter all dem Aufwand, die Seed und die Shares auf Metall zu lasern, ist die möglichst langfristige stabile Haltbarkeit der Daten - was auch immer passieren mag.

Mögliche ultimativ katastrophale Extreme, wie Meteoriteneinschlag, Bombenexplosion, flüssiges Magma, Einsturzkrater / Erdfall / Sinkhole können wir getrost ignorieren. So etwas ist nicht nur zu unwahrscheinlich, vielmehr haben wir uns mit verteilten Shares (Shamir 3 aus 5) darauf vorbereitet einzelne Shares zu verlieren. Dies gilt allerdings nur, wenn diese 5 Shares (plus evtl. eine oder mehrere Platten mit der Seed) an physisch räumlich verteilten Standorten verwahrt werden. Sollten dann bis zu zwei Shares komplett verschwinden, sind die Daten, also die Seed, aus den verbliebenen Platten immer noch vollständig wiederherstellbar.

Worauf wir uns bezüglich der Haltbarkeit ausrichten sollten, ist die Verifizierung von Ereignissen, die wahrscheinlicher sind und an mehreren Standorten gleichzeitig auftreten könnten.

Zu beachten sind: Feuer, Wasser, Korrosion und mechanische Einwirkung.

Wir verwenden säurebeständigen A4-Edelstahl. Das ist ein bewährtes Material aus der Schifffahrt, das gegen Wasser, Salzwasser und viele Säuren beständig ist. Damit ist die Hälfte der Gefahren bereits vom Tisch.

Zu prüfen ist die Haltbarkeit der Platte und der Gravur bei Einwirkung von Hitze (Hausbrand) inklusive schlagartiger Abschreckung (Feuerwehr löscht) sowie eventueller mechanischer Einwirkung auf die Platte (Kratzer / Stoß etc bei Einsturz / Unfall).

Beim ersten Test habe ich zwei A4-Edelstahlplatten einem deutlichen Hitzetest unterzogen.

Zwei Edelstahlplatten wurden übereinandergelegt, so daß eine ungelaserte Platte die Gravur überdeckte. Das Duo wurde anschließend mit Alufolie umwickelt. Zusätzlich wurde das Paket in einen Safetybag aus Plastikfolie gegeben. Der Kunststoff schmilzt sicher zusammen, dürfte je nach Temperatur auch verbrennen. Der Schmelzpunkt von Aluminium liegt bei 660°C, eine Temperatur, die im Ofen durchaus entstehen kann. Selbst wenn noch Reste der Aluminiumfolie das Feuer überstehen sollten, dürften diese keine besondere Stabilität mehr haben.

Ausgangszustand

Ausgangszustand vor der thermischen Belastung.


Der Testaufbau simulierte die Bedingungen eines Wohnungsbrandes.

Vorbereitung: Platten in Alufolie gewickelt
Vorbereitung: Platten in Alufolie gewickelt
Die Platten im Safetybag im Ofen
Die Platten im Safetybag im Ofen
Vollbrand
Vollbrand
In der Asche sieht man etwas Helles
In der Asche sieht man etwas Helles

Wie zu sehen ist, haben die Platten die extreme Hitze des Ofens physisch überstanden. Die Alufolie war zerbröselt. Das Duo-Pack der zwei Platten ließ sich leicht öffnen:

Das Ergebnis – Daten vollständig erhalten.

Das Ergebnis – Daten vollständig erhalten.
Die rötliche Verfärbung deutet auf einen Temperaturbereich von 600 bis 700 °C.

Beim zweiten Test habe ich eine A4-Edelstahlplatte einem heftigen mechanischen Abriebtest unterzogen.

Eine gravierte Edelstahlplatte wurde in eine Drehbank eingespannt. Dabei wurde darauf geachtet, daß sie minimal unplan (schräg) eingespannt ist. Dadurch setzt der Drehmeißel zuerst an der höchsten Stelle an und nach dem Abdrehen eines definierten Vorschubs ist am ehemals höchsten Punkt das Material in vollem Umfang abgetragen und am der vormals tiefsten Stelle idealerweise noch gar nichts. Dann kann man anhand des Verlaufes von "gar nichts" zu "Vollabtrag" genau sehen, wie tief die Gravur ging.

Nach ersten Tests kamen wir zur Erkenntnis, daß wir mit 2/10 mm Vollabtrag genau hinkommen. An der vormals höchsten Stelle, also dort, wo 2/10 mm abgedreht wurden, ist die Schrift gerade nicht mehr zu sehen und an der vormals tiefsten Stelle ist die Gravur schon plan gedreht, daß heißt, die nach oben stehende Wulst des aus dem Gravurgraben herausgetretenen Metalls ist gerade abgetragen.

Interessant ist dabei, daß die mechanische Gravurtiefe erkennbar weniger als 2/10 mm ist, das Metall jedoch sehr tief in der Metallstruktur verändert wurde so daß man die Schrift gut lesen kann in allen Tiefen bis runter zur Grenze von 2/10 mm.

Ein üblicher Kratzer in Metall hat vielleicht eine Tiefe von 1/100 mm. Bei A4 eher weniger, weil A4 Edelstahl ganz besonders zäh ist und dort tiefe Kratzer zu hinterlassen, ist ohne massivste Maschinen praktisch ausgeschlossen.

platte eingespannt

Platte ist etwas unplan eingespannt.


Der Testaufbau simulierte die Bedingungen schwerster mechanischer Einwirkung.

Beim Abdrehen
Beim Abdrehen
zwei Zehntel abgedreht
Zwei Zehntel abgedreht

Wie zu gut zu sehen ist, kann man die Daten auch dort gut erkennen, wo die Platte massiv abgedreht wurde, tiefer als je bei einem Kratzer zu erwarten ist!

Beim dritten Test wurden zwei A4-Edelstahlplatten mehr als 1000°C ausgesetzt mit direkt anschließender Abschreckung in Wasser.

Ein elektrischer Brennofen diente als Hilfmittel für den dritten Stresstest. Eine gravierte Platte wurde mit einer nicht gravierten Platte zusammen gelegt und mit Edelstahldraht fest zusammen gewickelt. Der Brennofen wurde 2 Stunden lang betrieben wobei nach einer Stunde ca. 600°C erreicht waren und nach 2 Stunden konnte ich als Höchsttemperatur 1033°C messen. Dann wurde das leuchtend glühende Paket der zwei Platten direkt im Wasser abgeschreckt

Nun folgen Bilder dieses Experimentes:

Die zwei Platten vor dem Test
Die zwei Platten (eine davon mit gravierter Demo-Seed) vor dem Stresstest

Die zwei Platten als Paket gebündelt
Die zwei Platten wurden als Paket mit Edelstahldraht gebündelt
Die Platten glühen im Ofen
Das Paket der zwei A4-Edelstahlplatten glüht im Brennofen.
Im Ofen ist es heißer als 550°C
Die Infrarotkamera ist mit der Hitze überfordert und zeigt lediglich > 550°C an
Das Infrarotthermometer zeigt 970° C
Das Infrarotthermometer zeigt 930 °C (max. 970 °C) – den tatsächlichen Höchstwert von 1033 °C habe ich kurz nach diesem Foto gemessen, direkt bevor ich die Platten dem Ofen entnahm und im Wasser abschreckte.
Die glühenden Platten kommen aus dem Ofen ins Wasser!
Die zwei Platten nach dem Abschrecken
Die zwei Platten nach dem Abschrecken

auf den ersten Blick sind die Daten weg
Der Draht ist entfernt, das Plattenpaket geöffnet. Daten sind fast nicht mehr zu sehen.

Mit Wasser und passendem Licht sieht man die Daten
Wenn man die Platte befeuchtet trocknet die Fläche schneller als die Gravur und eine zeitlang sieht man einen Kontrast und die Daten sind lesbar.

Essig und Reinigungspaste bringen nichts
Essig und Reinigungspaste ändern nichts, die Platte bleibt sehr dunkel und die Daten sind schlecht zu lesen.

Unterm Mikroskop kann man die Daten gut erkennen
Unterm Mikroskop kann man die Daten gut erkennen

Eine Messingbüste macht die Platte sauber
Eine Messingbürste ist das Werkzeug der Wahl: Die Platte glänzt wieder und die Daten sind sehr gut lesbar.

Die Daten sind nun sehr gut lesbar
Unterm Mikroskop wird die Schrift nun sehr gut lesbar.

Bei maximaler Vergrößerung sieht man die unbeschädigte Gravur
Bei voller Vergrößerung des Mikroskops sind die feinen Linien der Gravur perfekt zu sehen. Weder die Hitze noch die Abschreckung haben Schaden hinterlassen.
Lasergravur auf Edelstahl

12. Langzeitlagerung

Um die gelaserten Platten über lange Zeiträume sicher zu verwahren sind mehrere Aspekte zu berücksichtigen. Ein Punkt ist die leichte Erreichbarkeit für einen Selbst während Unbefugte die Platten nicht finden sollten.

Sehr bewährt ist die Langzeitlagerung im Erdreich, man vergräbt die Platten einfach. Das Material hält das locker aus. A4 Edelstahl ist nicht nur rostfrei sondern auch säurefest, also stabil gegen Huminsäuren im Boden. Allerdings beißen sich die Kriterien "leicht erreichbar" und "schwer zu finden für Unbefugte". Übliche Metallsuchgeräte finden Metallplatten leicht, sofern sie nur wenige Zentimeter tief vergraben sind. Um das Metall tiefer als den Messbereich zu deponieren, muss man auf mindestens einen halben Meter runter gehen. Dann wiederum gräbt man das Metall so schnell nicht wieder aus, wenn man selber dran will. Und hat man die Stelle nicht exakt getroffen, dann gibt es eine größere Buddelaktion...

Ein leicht übersehener Punkt ist die Suche der Erben nach den Metallplatten. Im schlimmsten Fall wissen sie gar nichts von dem Schatz und wollen genau in den Bereich des Gartens ein Gebäude errichten oder einen Gartenteich anlegen und ein Bagger rückt an... In vielen Fällen wissen die Erben wohl, daß etwas vergraben wurde, aber nicht wo. Dann hilft ein Bagger bei der Suche... wenn es um eventuelle Millionen geht, kann man es auch wagen, den Garten einmal umzustülpen... Und wenn ein Baggerzahn mit voller hydraulischer Kraft auf die Metallplatte mit der Seed trifft, dann sollten die Daten erhalten bleiben!

Über das "wo genau" lasse ich mich jetzt nicht aus. Da ist jeder selbst gefragt in sich zu gehen und eine passende Lösung zu finden. Ich rate jedoch dringend, mindestens 50 cm Abstand von stark wachsenenden Bäumen zu wählen. In ein paar Jahrzehnten kann selbst ein frisch gepflanzter Baum, wenn ihm der Standort richtig zusagt, locker mehr als 50 cm Stammdurchmesser erreichen. Und es wäre schade, einen Baum fällen zu müssen, nur um an die Metallplatten ran zu kommen, die dann noch in die Wurzel eingewachsen sein dürften... wer schon mal versucht hat, Wurzelholz zu spalten, weiß, warum ich von Baumnähe dringenst abrate.

Auch über das "wo" bezüglich der Übermittlung an die Erben lasse ich mich jetzt nicht im Detail aus. Da gibt es von Fotos vom Ort des Vergrabens über GPS Koordinaten, Hinterlegung einer Karte in verschlossenem Umschlag beim Notar, etc. so viele Möglichkeiten, da ist auch ein jeder gefragt, die Lösung zu finden, die sich individuell passend anfühlt.

Eingehen will ich nun auf eine elegant kombinierte physische Bauart einer Erdlagerung, die die gewünschten Eigenschaften kombiniert.

Die von mir vorgeschlagene Lösung der Herausforderung sieht folgendermaßen aus:

Mit einem Lochbohrer / Lochspaten gräbt man ein rundes Loch mit 12 bis 15 cm Durchmesser. Die Tiefe richtet sich nach den Bodenverhältnissen und dem zur Verfügung stehenden Werkzeug. Auf jeden Fall sollte man 60 cm tief kommen. Wenn das Graben leicht fällt, ist eine Tiefe von etwas mehr als einem Meter noch besser. Bei Böden mit großen Steinen ist das allerdings manchmal nicht in verhältnismäßigem Aufwand möglich.

In das Loch steckt man ein HT-Rohr (aus HDPE) oder ein KG-Rohr (aus PVC) mit dem Maß DN 110 mm mit der Muffe nach oben zeigend. Unten bleibt das Rohr offen, so kann eindringendes Wasser unten abfließen. Die Dichtung wird aus der Muffe entfernt. Oben drauf kommt ein Muffenstopfen, locker in die Muffe des Rohres gelegt. Man könnte nun die Metallplatten leicht im Rohr 'verschwinden' lassen, Muffenstopfen drauf, 5 cm Erde drauf, Stein drauf, Laub drauf, ... und gut.

Nein, das wäre nicht gut! Die Platten wären zwar tief genug, um von einem Metalldetektor nicht gefunden zu werden. Das große ABER ist jedoch das Bergen der Metallplatten. Insbesondere bei einem Meter Tiefe, reicht die Armlänge niemals... Und, man hat zu bedenken, im Erdreich gibt es die 'Abteilung Tiefbau', konkret Wühlmäuse und andere grabende Tiere. Alleine schon Ameisen können, Körnchen für Körnchen, im Lauf der Zeit ganze Berge bewegen...

Auch wären einfach in die Röhre herab geworfene Metallplatten nur minimal vor einem Baggerzahn geschützt. Das Kunststoffrohr ist schnell zerbrochen und der Baggerzahn hat einen tiefen Kratzer auf der Platte hinterlassen...

Meine Empfehlung geht daher zu einer zusätzlichen Metallplatte als Abdeckung der Gravur, beides aufgeschoben auf das Gewinde einer Ringschraube M24 aus V4A Edelstahl und mit einer Sechskantmutter M24 aus V4A fest zusammengeschraubt. So ein Paket aus Ringschraube, zwei Metallplatten, einer Mutter, wiegt gut ein Kilogramm. So ein Brocken hält locker einem Baggerzahn stand! Da bekommen die Metallplatten von Außen ein paar Kratzer, aber innen bleibt alles unangetastet. (Man kann im übrigen auch gut drei gravierte Metallplatten plus eine Zusatzplatte in ein Paket verschrauben)

Jetzt braucht es nur noch eine Verbindung Muffenstopfen und Ringschraube: In die Mitte des Muffenstopfens bohrt man ein Loch mit 3 mm Durchmesser und fädelt ein 2mm Dyneema Seil durch. Auf der Oberseite des Muffenstopfens kommt ein Knoten. Nach unten geht das Seil bis runter, fast zum Ende des Rohres. An diesem Ende des Seils knotet man die Ringschraube derart fest, daß sie über dem Erdboden schwebt. Ein Dyneema Seil mit 2mm Durchmesser hat eine Bruchlast von über 400 kg und eine Maximaldehnung von 1%. Noch dazu ist dieses Material absolut langzeitstabil auch bei Feuchte, Schneckenschleim und Pilzmyzel. Da Dyneema eine glatte Oberfläche hat, empfiehlt sich an beiden Seilenden ein Palstek-Knoten.

Zur Bergung der Metallplatten legt man den Muffenstopfen frei, hebt den Muffenstopfen an, und zieht mit dem Seil die Ringschraube mit der unversehrten Seed ans Tageslicht.

Muffenstopfen-Dyneema-Ringschraube
Der Muffenstopfen wird über ein Dyneema-Seil mit der Metallschraube verbunden. Auf der Vorratspackung des Dyneema-Seils ist ein Bild eines Palstek-Knotens angebracht, um immer zu wissen, welcher Knoten bei diesem Material sehr gut funktioniert.

Wer nun noch weiter optimieren will, kann folgende Auswahl als Anregung nehmen, je nach eigenem Sicherheitsbedürfnis:


In dem nun folgenden Film kann man das Bergen einer gelaserten Metallplatte sehen:

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